Was Firmen von wissenschaftlichen Magazinen über gute Kommunikation lernen können

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Namhafte, wissenschaftliche Magazine wie Discover Magazine oder Scientific American (USA), Bild der Wissenschaft und GEO Wissen (Deutschland) sind mein persönlicher Goldstandard zum Thema Kommunikation. Sie sind visuell, direkt auf den Punkt gebracht und man kann sich hervorragend an ihre Inhalte erinnern. Durch ihre Lektüre lernen Firmen weitaus mehr, als wissenschaftliche Fakten.

Magazine aus diesem Bereich nutzen eine visuelle Gestaltung, um ihren Lesern ein wissenschaftliches oder technologisches Konzept vorzustellen und zu erklären. Durch ihre klar verständlichen, detaillierten Grafiken stechen sie als Lernmethode hervor und kommen mit nur wenig Information in Textform aus. Sie motivieren ihre Leser und ermutigen sie völlig neue Möglichkeiten in Betracht zu ziehen, zum Beispiel, wenn sie über komplizierte Themen wie Raumfahrt oder den Hyperloop, ein Hochgeschwindigkeitstransportsystem, aufklären.

Die Grafiken dieser Magazine werden so entworfen, dass sie die Aufmerksamkeit auf den alltäglichen Einsatz eines bestimmten Gegenstandes, seine Nutzungsmöglichkeiten oder gar beides lenken.

Sehen Sie sich dazu diese Infografik über die Funktionsweise der (Nicolai) Tesla-Spule an. Oder das Bild oben über meinem Artikel. Popular Science informiert in seinem Magazin über das Thema Erschütterungen, Science Uncovered erklärt seinen Standpunkt über die Risiken der Gewinnung von Schiefergas.

Als kompletter Kontrast zu wissenschaftlichen Magazinen setzt die Geschäftswelt auf den massenhaften Gebrauch von Text bei einer gleichzeitig überschaubaren Anzahl von Bildern. Wir sind zu wortreich und dazu auch oft vergesslich. Wir legen zu viel Wert auf überladene Power-Point-Folien oder unhandliche Bedienungsanleitungen, um eine Technologie hinreichend zu erklären. Und leider versagen wir häufig bei der Erklärung, wie und warum diese Technologie einen Unterschied für Firmen und Kunden macht.

Ein Beispiel

Wie begeistert würde wohl Ihr Business-to-Business Kunde reagieren, wenn er von Ihnen eine Infografik bekäme, in der Ihr druckgeprüftes Gerät mit einem unterlegenen Modell verglichen und ihm gegenübergestellt wird? Sie könnten neben Erfahrungsberichten unabhängiger Testpersonen auch Nutzungsorte hervorheben, die stark im Fokus der Öffentlichkeit stehen, Wartungsprotokolle und Produktionskreisläufe des Gerätes darstellen. Der Vorteil einer Infografik gegenüber einem Standardbrief oder einer Email ist der, dass man sich viel häufiger an Sie und Ihr Produkt erinnern wird.

Bilder erklären & helfen Kunden, sich zu erinnern

Durch Bilder können Menschen komplizierte Sachverhalte verstehen. Bilder zu nutzen verstärkt die Erinnerung an Inhalte und Konzepte über einen längeren Zeitraum. Der Spruch „Ein Bild sagt mehr als tausend Worte“, fasst es treffend zusammen. In seinem Bestseller-Buch Talk Like Ted zitiert Carmine Gallo wissenschaftliche Forschungsarbeit, die zu folgendem Ergebnis kommt: Menschen, denen man eine Kombination aus Bildern und Text vorlegt, können sich an die gezeigten Informationen bis zu zwei Jahre erinnern, während die Erinnerung an Informationen aus reinem Text oft nur zwei Minuten beträgt.

Die gute Nachricht: Der Gebrauch von Infografiken Business-to-Business ist auf dem Vormarsch. Laut einer Umfrage des amerikanischen Content Marketing Institute, „...waren Infografiken die Business-to-Business Inhalte mit dem größten Zuwachs im Zeitraum 2014 bis 2015, ein Anstieg von 51% hoch auf 62%.“ Europa spielt Aufholjagd.

Die besten 5 praktischen Tipps zum Mitnehmen:

  1. Stellen Sie einen Grafikdesigner ein oder schulen Sie Ihren, wenn Sie bereits einen beschäftigen.
  2. Überzeugen Sie Ihre Geschäftsführung vom Vorteil, Bilder zu benutzen. Diese HubSpot Statistiken unterstützen Ihr Anliegen:
  3. Besorgen Sie sich ein paar wissenschaftliche Magazine oder sehen Sie sich wissenschaftliche Fernsehsendungen wie z.B. Bill Nye, the Science Guy (USA) oder Ranga Yogeshwars Quarks & Co (Deutschland) an und lassen Sie sich inspirieren.
  4. Fragen Sie Ihren Produktdesigner oder IT-Mitarbeiter um Hilfe. Unter Ihnen tummeln sich nicht selten viele großartige Lehrer mit wissenschaftlichen Ambitionen!
  5. Erklären Sie nicht nur „wie“ etwas funktioniert, sondern auch immer „wie“ Ihre Kunden davon profitieren können.

Wissenschaftliche Magazine sind unsere allerbesten Lehrer. Sie erklären mit einfachen Begriffen, verstärken ihre Inhalte mit Bildern und beflügeln unsere Vorstellung. Diese Art der Kommunikation sollten sich Firmen zu eigen machen.

Ich freue mich über ihr Feedback!



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